Work Life Balance

Nach mehr als dreizehn Jahren bin ich nun nicht mehr in einer Teilzeitbeschäftigung.  Und nein, das hier wird kein Jammerartikel darüber, dass Frauen, ob mit Kind(er) oder ohne sowieso 24 Stunden am Tag tätig sind. Das wissen wir alle und es wird sich auch nicht ändern, nur weil wir zig mal darüber schreiben.

Nein, ich arbeite erstmals wieder 38,5 Stunden in der Woche und ja, das war eine gewaltige Umstellung für mich und auch meine Familie. Die Zeit, die ich nun für mich habe, ist rar gesät, aber oh welch ein Wunder, ich nutze sie viel intensiver als zuvor. Erst jetzt fiel mir auf, wieviel meiner Freizeit ich vorher eigentlich verschenkt und nicht wirklich ausgeschöpft habe.

Jetzt weiß ich, wie ich mir meine Zeit so einteile, dass ich sowohl Kind, Partner und auch Haushalt unter einen Hut bringe.

Ich schlafe einfach nicht mehr. Problem gelöst. Sarkasmus Ende.

Ehrlich, Leute, wie zum Geier schafft man das? Wenn der Wecker jeden Tag gegen halb 6 klingelt, regen sich meine ersten Trotzphasen, die bis hin zu ausgeprägten Tobsuchtsanfällen reichen, weil dieser elende Wecker wieder viel zu früh klingelt. Im Zombiemodus wird das Frühstück hergerichtet, die Jause für die Schule vorbereitet, die Katzen gefüttert, manchmal Kajal auf die Augenbrauen aufgetragen, wo er per se nicht wirklich hingehört. Aber hey, es ist 6 Uhr morgens und ich bin kein Morgenmensch. War ich nie. Katzenkotze wegwischen, in die ich munter reingetrampelt bin, einem pubertierenden Teenager zuhören, warum das Gewand, nicht gewaschen wurde, dass sie genau heute anziehen wollte, Geschirrspüler ausräumen, wieder einräumen, hoffen, dass niemand zu Besuch kommen wird, da die Wohnung nicht wirklich top geputzt wurde, schnell das Putzmittel rauskramen und die Arbeitsplatte wischen, weil das ja den ganzen Anblick der Küche ändert, das Kind aus dem eigenen Kleiderkasten zerren, weil Mamas Gewand natürlich viel attraktiver erscheint, als das eigene, dem Freund schnell schreiben, ob er am Nachmittag bitte einkaufen könnte, in die Arbeit flitzen, wieder zurück, weil man nicht mehr wusste, ob man die Kaffeemaschine abgedreht hat…..und und und….

Dann geht es ab in die Arbeit, die mir ehrlich sehr viel Spaß macht. Ich bin gerade in einer Umschulung in einen kreativeren Zweig meiner Tätigkeit und ich liebe es. Ich liebe es wirklich. Aber wenn ich dann nach Hause komme, soll noch genug Energie da sein, um die Hausaufgaben anzusehen, für die Englisch Prüfung abzufragen, den Haushalt zu schmeissen, eventuell noch Essen vorzukochen und die Herkulesaufgabe schlechthin – nicht einzuschlafen, wenn ich mich kurz hinsetze. Und dieses Spiel spiele ich von Montag bis Samstag. Da passiert es schon mal, dass ich in der Arbeit zu Kunden „Tschüßdasehen“ ( also Tschüss und auf Wiedersehen) sage, zu Hause die Geschirrspültabs in die Waschmaschine werfe oder die fünf mal das Gleiche sage, weil ich vergass, dass ich das schon gesagt hatte.

Und Sonntag, der Tag an dem ich ausschlafen könnte, ja das ist dann der Tag, an dem ich von selber um 6 wach werde, die Decke anstarre und mich frage, was zum Geier mit mir nicht stimmt, weil  ich an fünf Tagen in der Woche kaum ein Auge aufbekomme am Morgen und an meinem freien Tag putzmunter im Bett liege. Putzmunter. Ja, ich denke, das dieses Wort nicht umsonst seinen Namen bekommen hat. Denn was mache ich an meinem freien Tag? Ich putze munter die Wohnung von den Tagen der Woche, an denen ich nicht putzmunter munter putzen konnte.

Ohne die Hilfe meiner Tochter und meines Freundes wäre ich tatsächlich aufgeschmissen. Es ist eine Zwickmühle. Und jünger werde ich anscheinend auch nicht, obwohl ich mir das verbissen einzureden versuche. Da hilft auch die teuerste H-y-a-l-u-r-o-n Salbe nicht, die ich mir ins Gesicht spachtle.

Also, was ist die Lösung? Die Möglichkeit, den Wunschjob, der auch nicht alle Tage auf der Strasse liegt aufzugeben und wieder Teilzeit zu arbeiten? Oder mit wehenden Fahnen dem Burnout entgegen rennen?

Ich habe bis dato keine Lösung, nur diese Antwort: ….genau, es gibt keine Antwort, für mich zumindest.

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Ooops…I did it again

…und irgendwie bin ich ganz schön stolz darauf. Ich schreibe für mein Leben gerne. Da bekomme ich meinen Kopf frei, kann meinem Redeschwall genüge tun, ohne jemandem ein Ohr abzukauen, denn der Bildschirm und die Tastatur sind geduldig mit mir.

Also 1 Jahr nach meiner ersten kleinen Leserkolumne in der WOMAN Zeitung, probierte ich es erneut – und siehe da: Ich wurde veröffentlicht. Es ist eine kleine feine Meinung, die ich kund tat, aber trotzdem, wenn dein größter Traum ist, zu schreiben, ein Buch zu veröffentlichen, eine Kolumne zu bekommen, dann versetzt einem dieser Erfolg nahezu in euphorische Höhenflüge.

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Und beim Einfügen dieses Bildes grinse ich natürlich schon wieder ums ganze Gesicht.

Aber warum läuft es jetzt auf einmal, was mache ich anders?

Ich habe immer die Menschen bewundert, denen quasi alles in den Schoss fiel. Der noch so tollste Job, der noch so tollste Mann, Geld, Gesundheit und Anerkennung. Dann fragte ich mich immer, warum klappt das bei denen und bei mir nicht? Warum schmerzt es mich hier, zwickt es mich da, das Geld ist immer knapp, die Wohnung ist klein.

Nicht, dass ihr mich falsch versteht, ich war nicht unzufrieden, sondern wirklich zufrieden mit dem, was ich hatte.

Aber auf einmal öffneten sich Türen, von denen ich nur geträumt hatte. Und der Grund war ganz einfach. Ich habe – entschuldigt die vulgäre Ausdrucksweise – meinen Arsch hochbekommen, die negativen Gedankenmuster verbannt und habe es einfach probiert. Klingt viel zu einfach? Nein, es ist harte Arbeit, die ewig, sich einschleichenden fiesen kleinen Gedankenteufel zu verbannen. Es ist Arbeit, sich hinzusetzen und zu schreiben. Es ist anstrengend, im Job wieder auf der Vollzeitspur zu fahren, aber ganz ehrlich, wer glaubt, das Geld fällt einem in den Schoss, ohne dafür etwas tun zu müssen, oder sich nur ganz gering anzustrengen, der liegt falsch.

Meine Wehwechen sind auch viel besser geworden, seit ich mehr darauf achte, meinen Tag positiv zu gestalten. Wenn ich das so schreibe, klingt das so banal, so einfach und schon fast esoterisch lächerlich. Aber, wer lernt, auf die Symptome seines Körpers zu hören, sich auch mal damit auseinanderzusetzen, dass die Schuld manchmal bei einem selber liegt und nicht bei allen anderen, sich selber nicht zu sehr kritisiert und einfach versucht glücklich zu sein, der wird sehen, dass sich nach einiger Zeit, sicher nicht sofort, Erfolge einstellen werden.

Und manchmal ist es gut, den Dingen einfach seinen Lauf zu lassen, nicht zu sehr zu forcieren. Wenn ich diese Worte tippe, denke ich mir: ist das wirklich alles? Vermittle ich es wirklich richtig? Kommt es nicht zu überheblich und einfach herüber, so nach dem Motto: sei glücklich, stress dich nicht und alles wird gut?

Ja, ich kann nur sagen, bei mir funktioniert es und ich wünsche es jedem, der es probiert. Denn,  glücklich sein und positives Denken kosten nichts, versucht es einfach.

Heirat per se

Ja, ich will…mit Sicherheit 10.000 Euro für eine Hochzeit ausgeben. NICHT!

Wahnsinn wie das Geschäft um eine Heirat boomt. Essen und Trinken, Saalmiete, Kleid, Ringe und und und…

Natürlich ist es ein unvergleichliches Ereignis im Leben eines Paares. Aber die Kosten dafür steigen ins Unendliche, wenn man sich so auf Hochzeitsmessen umsieht. Ich befinde mich ja gerade in meiner euphorischen Phase der Planung, die von Zeit zu Zeit einen anständigen Dämpfer erhält, wenn ich mir die Preise ansehe.

Erstens dachte ich mir: hast ja noch über ein Jahr hin bis zum Termin, kein Problem mit Saalmiete oder einer passenden Lokalität für die Hochzeit. Ja, dachte ich mir. Bis auf 2 Jahre sind die meisten schon ausgebucht und irgendetwas möchte man ja auch nicht als Alternative. Mir schwirrte da schon das gemietete Partyzelt im Garten im Kopf herum, nachdem ich mir meine Möglichkeiten vor Augen hielt. Aber nein danke, an genau diesem Tag möchte ich nicht vielleicht noch etwas Arbeiten müssen.

Gut, also suchte ich nach einem Saal oder einem Gasthaus. Ausgebucht, ausgebucht, Preise für Millionäre, ausgebucht. Tja, schließlich fand ich doch ein wunderschönes Lokal, dass ich jetzt ins Auge fassen kann und dass auch keinen Krater in unsere Geldbörserl schlägt.

Kleid werde ich mir Second Hand besorgen, eine tolle Fotografin mit einem super Preis wurde dann auch noch gefunden und eines leiste ich mir: ein professionelles Schminken inklusive Frisur. Was aber mit humanen Preisen zu Buche schlägt.

Aber dennoch werde ich nachdenklich. Es gibt sicher viele Paare, die sich für die Hochzeit schwer verschulden. Wenn man sich in so einschlägigen Foren oder Zeitungen umsieht, liest man Summen von 14.000 bis über 20.000 Euro für eine normale Hochzeit. Und da rede ich nicht von einer Trauungsfeier mit 300 Personen.

Sparen die ihr Leben lang für die Hochzeit? Nehmen diese Paare einen Kredit auf? Ich weiß es nicht und es sei auch jedem selber überlassen. Das Recht darüber zu urteilen nehme ich mir nicht heraus. Aber es bringt mich einfach ins Staunen, wie aus etwas so einfachem und wunderschönen, nämlich die Liebe zweier Menschen zu zelebrieren, ein halber Staatsakt wird. So, als ob man jemanden übertreffen müsste, einen Wettkampf veranstalten.

Wir möchten auch einen tollen Tag verbringen, gemütlich feiern, Spaß haben und ich mich wie eine Prinzessin fühlen, nebenbei bemerkt. Aber sicher nicht unter einem Damokles Schwert der Verschuldung.

Ich bin ja mal gespannt, wie wir das alles schaffen werden. Aber so wie immer, wird es entspannt und schön sein.

Was mir am Herzen liegt…

…ist die Tatsache, dass es Menschen da draussen gibt, die es interessiert, was ich zu sagen haben. Oder besser schreibe. Die lachen über manch gewählten Wortwitz oder zustimmen ob einer von mir dargelegten Meinung. Es ist schön Zuspruch zu bekommen. Wer würde sich nicht darüber freuen?

Doch was ich gelernt habe, ist die Tatsache, dass kein Lob der Welt mich so weit gebracht hat, wie Kritik. Sei sie nun hart formuliert oder liebevoll gemeint. Kritik und schonungslose Ehrlichkeit. Beides hat mir einen Spiegel vor mein Gesicht gehalten und mich zum Teil heftig erschreckt. Wer war dieser Mensch, den ich seit 37 Jahren zu kennen geglaubt habe? Was hat er geschafft?

Was mir niemand abstreiten kann, ist dass ich mir gegenüber sehr realistisch bin. Ich weiß, dass ich von allem viel, aber von nichts wirklich gut kann. Nur offen zugeben fällt schwer. Man macht sich angreifbar. Jeder ist doch nur davon erpicht, sich im besten Licht da stehen zu lassen. Und es ist auch nicht die klügste Wahl seine kleinen oder großen Fehler zuzugeben. Man würde doch leichter durch die Wogen des Lebens segeln, wenn man die Segel straff gehisst und nicht auf Halbmast hängen lässt.

Aber so bin ich nun mal. Viele meiner Mitmenschen schütteln den Kopf. Sie hat mit Auszeichnung maturiert und jetzt ist sie im Handel tätig. Doch fragt mich einer, warum das so ist? Will jemand hören, dass meine Matura ein wundervolles Stück Papier ist, auf das ich stolz bin, aber was hat es mich gelehrt? Welchen Beruf kann ich damit ergreifen? Bank? Büro? Sekretärin? Ja, aber nicht wenn man schon seit 18 Jahren aus der Schule draussen ist und keinen Tau mehr davon hat, was man da gelernt hat. Und kurz nach meiner Matura wollte mich niemand in meiner kleinen Stadt einstellen, weil ich keine Erfahrung im Job hatte oder wie so oft: fehlendes Vitamin B um einen Job im Büro zu bekommen. Weiters ist es auch so, dass es auch nicht wirklich die Arbeit ist, für die ich geschaffen bin. Aber wofür bin ich geschaffen? Was mache ich gerne?

Und da kommt das große Problem ins Spiel. Ewig werde ich die Arbeit im Handel nicht mehr machen können, da körperliche Begleiterscheinungen den Alltag nicht verbessern. Doch was tun? Ich habe schon probiert in verschiedene Sparten zu wechseln, denn wenn ich etwas gut kann, dann ist es schnell zu lernen. Doch bei all diesen Versuchen wurde mir mitgeteilt: zu lange weg aus der Schule, Quereinstieg nicht erwünscht oder die beste Alternative: keine Antwort.

Ich wünschte, mir hätte damals jemand geholfen zu erkennen, wo meine Stärken und wo meine Schwächen liegen. Was ich beherrsche und was nicht. Worin ich gut bin und womit ich mit Spaß an der Freude meine Arbeit leisten kann.

Wenn ich jetzt umschule, ist es mit immensen Kosten verbunden, die ich mir nicht leisten kann, ohne arbeiten zu gehen. Aber meist geht die Arbeit nicht mit einer Umschulung in einer komplett andere Sparte konform. Weiters bekam ich auf Anfrage die nette Mitteilung, ich solle doch in die Metallbranche wechseln. Da wären Frauen sehr gefragt. Toll, aber dafür bin ich gänzlich ungeeignet.

Der Job zu schreiben, sei es eine Kolumne oder ein Bericht, wäre natürlich mein Traum, fehlendes Publizistik-Studium und zu wenig Erfahrung die Realität.

Ich gebe ehrlich zu, ich beneide die Menschen, die wissen was sie gerne machen, die Begabung für Zahlen, Handwerk oder Technik besitzen. Die schon damals wussten, sie wollten Lehrer oder Kindergartenpädagogin werden.

Ich für meinen Teil, habe diesen Sprung leider damals nicht geschafft, aber ich wäre nicht ich, wüsste ich nicht, dass auch nicht noch den Weg finden werde, der für mich gemacht ist. Ansonsten beginne ich einfach Stein für Stein meine Straße zu pflastern und schlussendlich dort anzukommen, wo ich immer hin wollte, wenngleich ich auch heute noch nicht weiß, wo das sein wird.

Mount Everest

Jeder von uns muss Höhen und Tiefen bezwingen. Bei manchen sind es sanfte Hügel, bei anderen eher der oben erwähnte Mount Everest.

Anstrengend kann beides sein. Sowohl eine kleine Neigung, die sich schier endlos in die Länge ziehen mag, als auch eine gewaltige Steigung, die zwar kurz aber schier übermächtig scheint.

Jeder geht diese Wege in seinem eigenen Tempo, mit den Pausen, die er benötigt und der Geschwindigkeit, welche ihm zuträglich ist. Keiner hat das Recht darüber zu urteilen. Viele dieser Strecken müssen und sollen wir alleine bezwingen, doch dann gibt es noch die Weggefährten, die diese Wanderungen erträglich und leicht, oder hart und mühsam machen. Beides erscheint im Nachhinein betrachtet sinnvoll. Denn meines Erachtens sind es jene Menschen, die einem die größten Steine in den Weg werfen, die, die einen am meisten über sich hinaus wachsen lassen. Ich habe festgestellt, dass ich früher mit voller Wucht gegen diese Steine geprallt bin und versucht habe über sie zu klettern, dabei Schürfwunden und Schnitte davon getragen habe. Einfacher ist es sie zu umrunden und einen anderen Weg zu finden. Oft ist nicht der direkte Pfad der beste. Und auf diesen Umwegen lernen wir andere Dinge kennen, denen wir so nicht begegnet werden.

Scheut euch nicht mal einen anderen Weg einzuschlagen. Gestern Abend schaute sich meine Tochter mit mir die Fernsehserie „Friends“ ein wenig an, in der eine der Hauptfiguren die etwas verrückte Phoebee ist. Sie meinte: „Mama, die ist nicht verrückt, nur anders.“ Meiner Meinung nach ein sehr aussagekräftiger Satz. Alles, dass etwas abseits der Norm oder unserem Weltbild liegt, wird schon als nicht normal eingestuft. Aber vielleicht gehen diese Personen eben nicht genau den Weg geradeaus, sondern sind so mutig und biegen einmal links oder rechts ab.

Ich versuche auch jeden Tag meinen Weg neu zu finden und ich bin, wie alle die mich kennen wissen, ziemlich planlos. Darum frage ich. Viel. Oft. Da fällt mir immer wieder folgendes Zitat ein:

Zeig einem schlauen Menschen seine Fehler und er wird sich bedanken

Zeig einem dummen Menschen einen Fehler und er wird dich beleidigen.

Laotse

Mir wird oft gesagt, ich wäre nicht weitsichtig, schusselig, ja oft sogar werde ich als leicht dumm bezeichnet. Eine ehemalige Arbeitskollegin meinte mal: „Die kann doch nicht so sein. Immer nett und freundlich. Die verstellt sich sicher total oder ist einfach etwas beschränkt.“

Tja, ich bin weder beschränkt, noch verstelle ich mich. „What you see is what you get“. Und weil ich Wege beschreiten möchte, die nicht jeder geht, weiche ich oft von der Norm ab und ernte schräge Blicke, oftmals böse Worte. Aber das hält mich nicht davon ab MEINEN WEG in MEINEN Schuhen zu gehen. Und wer damit ein Problem hat, soll doch die nächste Abzweigung nehmen und meinen Pfad verlassen.

Wutbürger

Dieser Begriff ist passend. So passend wie die sprichwörtliche Faust auf das Auge. Ein Auge, dass es leid wird, diesen ewigen Groll, diese ewige Nörgelei und de Unmut seiner Mitmenschen wahrzunehmen.

Es vergeht kein Tag, was sage ich, keine Stunde oder Minute, an dem nicht irgendjemand jammert. Es ist zu kalt, es ist zu heiss, an der Kasse stehen zu viele Menschen, auf der Strasse sind nur Idioten unterwegs. Ich nehme mich da keinesfalls aus.

Aber sind das wirklich Probleme? Sind das Probleme, wenn jemand auf Facebook schreibt, er wisse nicht, was das für eine Art von Pflanze ist, die in seinem Garten wächst und der nächstbeste Fremde dazuschreibt: Wie blöd bist du denn? Hast du keine Bildung? Scher dich zurück in das Loch aus dem du gekrochen bist.

Ja sag mal gehts noch? Was um alles in der Welt geht denn in den Menschen vor? Da stellt jemand eine harmlose Frage und wird auf das Übelste beschimpft? Und das ist kein Einzelfall. Die Unzufriedenheit der Menschen, die eigentlich keine wirklichen Probleme haben, wächst und wächst.

Und warum? Weil alles immer zu jeder Zeit greifbar ist. Wozu dann also seine Energie aufbrauchen? Da hat man nichts mehr auf das man hinarbeiten muss und beginnt zu nörgeln. Und weil es nicht reicht zu Hause alle zu drangsalieren, bietet das anonyme World Wide Web natürlich mehr als genug Raum und Zeit.

Da sehe ich auch nicht, ob jemand durch meine Aussagen verletzt wird. Da bekomme ich auch nicht mit, was sich im Leben des anderen gerade abgespielt haben mag, ausser man ist ein Dauerposter, der sogar den nächsten Gang zur Toilette mit 5 Sternen auf diversen Plattformen bewertet.

Die Technik hat unser Leben um sovieles erleichtert ud zugleich um sovieles erschwert. Das en grosse der Menschheit ist überfahren worden mit den Möglichkeiten und kann ihre Wirkung nicht abschätzen.

Und was im WWW angefangen hat, setzt sich langsam auch im echten Leben durch. Da wird der Umgangston rauer, die Höflichkeit verschwindet. Fehlt gerade noch, dass hinter jeder Aussage ein Emoji aufblinkt.

Ich finde es sehr schade, dass der Mensch, der sich vor künstlicher Intelligenz fürchtet, selber zu einem binären Code wird, der gefühllos 1ser und Nulln absondert, ohne zu merken, dass es auf zwischenmenschlicher Ebene unendlich mehr Nuancen gibt.

Fussabdruck

Sagen wir mal so: du ziehst in eine neue Wohnung. Sie ist wunderschön, ob neu oder alt, das ist völlig egal. Du richtest sie liebevoll ein und bemühst dich sie sauber zu halten. Du putzt sie, du willst nicht, dass Gäste mit dreckigen Schuhen durch die Wohnung laufen, du dekorierst sie und freust dich einfach über dein Heim.

Wenn mal der Boden kaputt geht, dann reparierst du ihn und passt noch besser auf, dass nichts mehr passiert. Wenn die Fenster schmutzig sind, werden sie im Idealfall geputzt, früher oder später.

Zusammengefasst kann man sagen: du achtest auf deinen Lebensraum.

WARUM ZUM GEIER (und glaubt mir, mir würden noch viel schlimmere Wörter einfallen) MACHEN WIR DAS NICHT MIT UNSERER ERDE???

Wir leben auf ihr, wir sind abhängig von der Natur und dem was sie uns gibt. Was bringt uns die schönste Wohnung, wenn wir kein Wasser mehr zu trinken, kein grünes Gras mehr für unsere Tiere, kein Obst und kein Gemüse mehr haben? Haben wir alle zu viele Endzeit und Sience Ficiton Filme gesehen, in welchen sowieso immer ein neuer Planet gefunden wurde, nachdem die Erde unweigerlich ausgelöscht wurde?

Warum kann mir meine 11jährige Tochter sagen, wieso der Co2 Austoss nicht gesenkt wird, wenn man doch weiß, wie schädlich er ist? Warum findet beim besten Willen kein Umdenken statt?

Wir ächzen alle unter der momentanen Hitze, jammern über die Klimaerwärumung, die mancherorts ja gar nicht existiert, und hoffen auf den nächsten Winter. Gibt das keinem zu denken? Oder reicht einmal Regen und das ganze ist vergessen?

Entschuldigt bitte, aber ich merke, wie ich mich gerade in Rage schreibe. Es kotzt mich einfach an, dass jeder darauf wartet, dass von höherer Instanz etwas geschieht. Und da wiederhole ich den Satz, den wir schon hundertfach vorgebetet bekommen haben, der aber anscheinend im Echo unserer schnelllebigen Gesellschaft verhallt: jeder einzelne kann etwas bewirken. Oder glauben wir tatsächlich, dass einige wenige Politiker die allumfassende Macht über uns alle haben? Wir sind Millionen, nein Milliarden, die mit einem einzigen kleinen Schritt in die richtige Richtung alles ändern können.

Das traurige daran ist, dass ich nicht die Reichweite, den Einfluss und die Macht besitze, dieses Umdenken in die Welt zu schreien.

Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will.

Zitat Albert Einstein

Ich fände dutzende passende Zitate von Albert Einstein, die auf unsere Situation zutreffen würden, aber wenn selbst so ein intelligenter Mensch uns nicht ein Stück in die richtige Richtung bewegen kann, wie soll ich es dann mit meinem kleinen Blog schaffen.

Um unserer Kinder willen hoffe ich nur, dass wir unser zu Hause, unsere Erde, genauso hegen und pflegen, wie wir es mit unserem Eigentum tun. Einfach gesagt: wir brechen in Tränen aus, wenn unsere Häuser durch Sturmfluten zerstört werden. Aber vielleicht ist Mutter Erde einfach genauso wütend auf uns, weil wir ihr zu Hause zerstören.

Ich werde mich in Zukunft noch mehr bemühen auf unsere Umwelt zu achten. Vielleicht der ein oder andere auch.

Dubrovnik

Kennt ihr das, wenn ein lang gehegter Traum in Erfüllung geht und euer Wunsch in greifbare Nähe tritt? Ihr bemerkt wie euer Herz schneller schlägt und das Kribbeln im Bauch steigt? Ich vergleicht das jetzt damit, wie ich mich als Kind gefühlt habe, kurz bevor das Christkind geklingelt hat. Ja, ich möchte fast sagen, es ist magisch.

So ungefähr saß ich im Auto, als wir kurz davor waren, die letzte Landzunge zu umfahren und Dubrovnik vor uns zu sehen.

Die Fahrt bis dahin war schon abenteuerreicher, als ich es mir je hatte vorstellen können. Zwar hatte ich zuvor schon gehört, dass das Neretva Delta das Kalifornien Kroatiens sei, aber erst als ich diese Dimensionen erblickte, wurde mir bewusst, wie klein der Mensch doch war im Gegensatz zur Natur.

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Täler, so weit wie sie das Auge und auch die Kamera nicht erfassen kann, voller Olivenhainen, Weinbergen, Nektarinen und Melonenfeldern. Marktstände, die alle Farben des Regenbogens spiegeln. Einfach unglaublich.

Doch dann war es endlich soweit und das Meer begann sich vor uns zu erstrecken und damit war auch Dubrovnik nicht mehr weit.

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Ich begann auf dem Beifahrersitz auf und ab zu hüpfen, denn schon seit Jahren wollte ich diese unglaubliche Stadt einmal erblicken…. und da war sie….schöner, atemberaubender und imposanter, als ich es mir hätte erträumen können.

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Dieses Foto konnte ich aus dem stehenden Auto machen, denn die Staulawine, die sich rund um Dubrovnik abgespielt hat, war genauso sensationell wie die Stadt. Dennoch, das war mir in diesem Augenblick, bei gefühlten 40 Grad im Schatten völlig egal. Mein Grinsen erstreckte sich von einem Ohr bis zu anderen.

Doch ich musste noch einen Tag und eine Fahrt mit dem Wassertaxi warten, bevor ich meinen Fuss auf die altehrwürdigen Kacheln der Stadt setzen würde. Das Wassertaxi war weise gewählt, ob des notorischen Parkplatzmangels und des deutlich erhöhten Verkehrsaufkommen. Ausserdem war es erfrischend, denn unser Kapitän wusste die Wellen so einzusetzen, dass wir, die wir leider ahnungslos aussen sahen, eine gehörige Dusche ab bekamen. Aber bei diesen Temperaturen, war dies völlig egal, eher sogar willkommen.

Eines vorweg, wenn ihr Dubrovnik und auch die Umgebung besucht, macht mindestens eine Woche zuvor Ausdauertraining, indem ihr Stiegen auf und ab rennt. Denn hier gilt es so einige Steilhänge zu erklimmen und Treppen zu bezwingen.

Die Stadt selber ist genauso beeindruckend, wie ich mir erhofft hatte. Die kleinen Gassen, die alten geschichtsträchtigen Gebäude und das Flair machen Dubrovnik zu einem unvergesslichen Erlebnis. Wir waren einmal am Tag und einmal am Abend in der Stadt, wobei ich nicht sagen könnte, diese oder jene Uhrzeit war besser. Ich weiß nur, dass wir das nächste Mal und ein nächstes Mal wird es bestimmt geben, nicht mehr zur Hauptsaison hinfahren werden.

Erstens um die Touristenströme zu vermeiden, zweitens um die Hitze zu umgehen und drittens um noch mehr zu erkunden. Denn an einem einzigen Tag kann man nicht die unglaubliche Schönheit dieser Stadt, die ein Stück von meinem Herzen bekommen hat, nicht erfassen.

 

Bildung?

Folgende Situation:

Mutter geht mit Tochter in ein Bekleidungsgeschäft einkaufen. Verkäuferin steht bei den Kabinen und räumt Unmengen von Gewand weg, welches liebevoll verstreut in jeder einzelnen Kabine am Boden liegt.

Mutter sagt folgende Worte zu Tochter:

„Siehst du Kind, wenn du nichts anständiges lernst, wirst du so enden, wie diese Verkäuferin hier.“

Keine Geschichte, kein Märchen. Die Verkäuferin war ich. Und das Traurigste daran? Ich höre genau diese Worte nicht zum ersten Mal.

Falls ihr euch fragt, wie ich reagiert habe? Gar nicht. Ich habe die Kundin angelächelt und habe weiterhin meine Arbeit verrichtet. Als ich dies meinen Kolleginnen erzählt habe, sind diese aus allen Wolken gefallen. Wie kann diese Frau sich anmaßen, so etwas über einen Menschen zu sagen, den sie nicht kennt. Wie kann sich diese Frau anmaßen und behaupten, ein Job wäre besser als der andere? Ich bin kein Dummkopf und weiß, dass meine Arbeit sicher nicht so wichtig ist, wie die eines Arztes, einer Krankenpflegerin, einer Altenpflegerin, einer Lehrerin und und und. Ich finde, jeder der seinen Lebensunterhalt bestreitet, sei es nun in einem Job, den er liebt oder nur um über die Runden zu kommen, dem gehört Respekt. Ebenso jeder Mutter oder jedem Vater, der entscheidet bei seinen Kindern zu Hause zu bleiben. Jeder Putzfrau, jeder Kellnerin, jeder Verkäuferin. Ich mache da keinen Unterschied.

Hätte ich dieser Frau sagen sollen, dass ich die Matura mit Auszeichnung abgeschlossen habe? Dass ich drei Sprachen fließend spreche, gerade eine neue lerne, eine tote Sprache ebenso beherrsche, zwei Bücher geschrieben habe, Mutter, Hausfrau, in Ausbildung zu einer höheren Arbeitsposition bin? Hätte ich ihr sagen sollen, dass sie mit ihrem Hochmut ihrem Kind falsche Werte vermittelt?

Nein, weil ich nicht bin, wie diese Frau. Ich muss nicht mit dem angeben, was ich mir angeeignet habe, worauf ich auch stolz bin, versteht mich nicht falsch. Das einzige, dass ich muss, ist mit mir und meinen nächsten Angehörigen leben müssen. Ein Mensch sein, der das Herz am rechten Fleck hat. Ich habe geputzt, ich habe gekellnert, ich habe auf einer Bank gearbeitet, ich habe Handys verkauft, ich habe bei der Kinderbetreuung geholfen, ich könnte ewig weiter erzählen. Das wichtigste ist, dass es mir Spaß macht und ich mit meinem Herzen dabei bin.

Ja, ich arbeite in der Modebranche und ich weiß, dass da das Zusammenräumen von achtlos weggeschmissener Kleidung dazugehört. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich mich beleidigen lassen muss. Unsere Gesellschaft verroht ungemein, das merkt man jeden Tag. Das hat aber nichts mit unserer politischen Situation zu tun. Sondern mit jedem einzelnen von uns. Nicht unsere Gesellschaft bestimmt, wie wir sind, sondern wir selber und wenn jeder einzelne sich an der Nase packt und menschlich, freundlich und hilfsbereit bleibt, dann hat man schon viel erreicht.

Ein liebes Wort für eine gestresste Verkäuferin, etwas mehr Entgegenkommen für dein Gegenüber, etwas mehr Geduld für andere, die man sich auch für sich selber erwartet und unser alles Leben würde um einiges leichter werden.
Ich liebe meinen Job und die Menschen, genau deswegen bin ich im Verkauf. Was ich schon alles erlebt habe, darüber könnte man Bücher schreiben. Und ich lasse es mir nicht nehmen, meine Freude daran zu verlieren, nur wegen ein paar wenigen Ausnahmen, die nicht wissen, was Bildung wirklich bedeutet.

Escape the Room

Dunkle Kammern. Geheimnisumwobene Räume. Geschichten und Rätsel. All das begeistert die Menschheit schon seit Urzeiten. Forscher und Entdecker hätten ohne ihre Neugier und ohne Wissensdurst nicht bahnbrechende Entdeckungen machen können. Manchmal gezielt mit Planung, manchmal durch puren Zufall.

Seit Kindertagen liebe ich Schnitzeljagden und Kriminalfilme. Da ist es egal ob ein Bulle in Tölz ermittelt oder aber jemand Spuren auf Hawaii fünf-nullt. Genau deswegen war ich hellauf begeistert, als ich das erste Mal von diesen sogenannten Escape Rooms erfuhr. Das Konzept und die Idee dahinter stammen, wie so oft, aus der virtuellen Welt und von einem Japaner, der im Jahre 2004 das Online Spiel Crimson Game entwickelte, in dem es galt, mit Geschick und logischem Denken sich aus einem Raum zu befreien.

Das gute an der Vorlage von Computerspielen? Sie bieten auch Platz für Spaß in der realen Welt. So dauerte es nicht lange und die ersten Live Escape Rooms wurden konzipiert und mit großem Erfolg gestartet. Auch im Fernsehen konnte man gewisse Nerds mehrmals dabei beobachten, wie sie sich aus diversen Räumen gerätselt haben.

Die Neugierde war groß, die Freude umso größer, als meine Arbeitskollegin mich einlud, bei einem Escape Room mitzumachen.

Gut gelaunt machten wir uns am Abend auf den Weg und zu meinem großen Erstaunen befand sich dieser Raum, das Brain Cave nicht mal 500 Meter Fluglinie entfernt von meinem zu Hause. Soviel zu dem Thema „Aufmerksamkeit“, ein wichtiger Aspekt, den man in einem Escape Room benötigt. Oder besser gesagt: das Offensichtliche wahrnehmen. Dazu aber später.

Mit einem Kribbeln im Bauch betraten wir die liebevoll und stylisch eingerichteten Räume, wobei mir sofort die genial gestaltete Garderobe in Form von kleinen Schüsseln zum Aufhängen unserer Jacken auffiel. Wir wurden sehr freundlich begrüßt und nachdem wir alle unsere Sachen in die bereit gestellten Spinde verstaut hatten, bekamen wir eine Erklärung und Einführung in die Welt der Escape Rooms.

Die gut gelaunte und sehr freundliche Mitarbeiterin instruierte uns über das Basiswissen eines Live Escape Rooms. Nachdem wir alles wie brave Schüler in uns aufgesaugt hatten, kam es zu dem wirklich spannenden Teil. Der Geschichte unseres Raumes und unsere bevorstehende Aufgabe.

Ich muss sagen, die Idee dahinter ist sehr gut durchdacht, überaus spannend gestaltet und auch lehrreich. Der kleine Hinweis darauf, dass der Raum, für den wir 60 Minunten Zeit hatten, in einer Bestzeit von 35 Minuten geknackt wurde, spornte unseren Ehrgeiz noch mehr an.

Voller Tatendrang wurden wir also eingesperrt und das große Rätseln und Denken begann. Ich kann euch eines sagen: es ist faszinierend wo wir überall Hinweise gefunden haben, wo überhaupt keine Hinweise waren. Das meinte ich vorhin mit dem offensichtlich Offensichtlichen. Besser kann ich es nicht beschreiben. Da prangt eine Lösung für ein Rätsel fast in riesigen Neonbuchstaben vor deinen Augen (symbolisch gesprochen) und du siehst es einfach nicht. Deswegen ist es so wichtig so einen Raum gemeinsam zu lösen. Jeder von uns hat eine andere Art an die Dinge heranzugehen.

Unser doch sehr ehrgeiziges Ziel den Raum auch in 35 Minuten zu schaffen, legten wir bereits nach zehn Minuten und zahlreichen Lachanfällen später ad acta. Die Rästel waren wahnsinnig gut durchdacht, genial aufgebaut und die Räume mehr als liebevoll und aufwendig vorbereitet.

Und obwohl wir es nicht geschafft hatten uns selber aus dem Raum zu befreien, tat dies dem Unterhaltungswert keinen Abbruch. Also Leute, solltet ihr mal etwas Abwechslung zu normalen Firmenausflügen, Polterabenden, Geburtstagsfeiern oder einfach nur mal so zum Spaß mit Freunden suchen, kann ich euch das Brain Cave nur wärmstens ans Herz legen. Es macht irre viel Spaß! Wir kommen definitiv wieder.